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15.09.2018: Firnwudh, der Sohn der Dilja und des Njørdurs hat das vikingrkapplot 2018 gewonnen.

18.07.2018: Wieder einmal weht das Griprfjaller Banner auf dem Marktplatz von Ripa, Danmark.

09.12.2017: Fotos 2017 online gestellt inkl. vom vikingrkapplot 2017.

 

Die Sagen des Nordens

Der Skaldenmet - wie die Skaldendichtung in die Welt kam

Met war neben Bier das beliebteste Getränk bei den Germanen. Der golden leuchtende "Honig-Wein" stand im Ruf, magische Kräfte zu haben, und war somit besonders heilig. Man sagte, dass Met die Menschen besonders klug und kreativ mache. Wer ihn trinke, der werde zum Dichter (sog. "Skalde"), Sänger, Denker oder Zauberer.
 
Eine uralte Geschichte, die sich die Germanen wohl früher auf ihren Gelagen erzählten, rankt sich um die Entstehung des Mets...

Der erste Krieg in der Welt wurde zwischen den beiden Götter-Sippen der Asen und der Wanen ausgetragen. Es war eine blutige, grausame und finstere Schlacht, die den mächtigen Welten-Baum erzittern ließ. Als die Schlacht endlich geschlagen war, fanden sich auf der Walstatt die Überlebenden Götter beider Sippen zusammen. Wo sie das Blutbad begutachteten, beschlossen sie Frieden zu schließen. Nie wieder sollten die Götter im Zank sein, sondern gemeinsam - Hand in Hand - über die Welt wachen. Darauf schwor jeder Eide und Geiseln wurden zum Pfand ausgetauscht. Letzten Endes war das den Göttern aber nicht genug; und sie beschlossen den Krieg ein für alle Mal mit einem symbolischen Akt zu beenden. Einer holte einen großen Pott heran. In einer Reihe stellten sich die Götter davor, schritten vorbei und spuckten dabei in den Pott. Dies war ein uraltes Ritual, mit dem zwei Sippen den Frieden besiegelten - und so war es auch im Reich der Götter; und es wurde wieder still in der Welt...

Irgendwann später begann es im Pott zu rumoren. Dem Sud entstieg ein neues Wesen. Man nannte ihn Kvasir - gezeugt aus dem heiligen Frieden, geboren aus göttlichem Sud. Kvasir war ein sehr begabter junger Mann; er lernte schnell bei den Göttern und wurde schon früh so weise, dass er jeden Gott an Weisheit übertraf - sogar Odin und Heimdall, die bis dato als die klügsten der Asen galten. Als Kvasir endlich zu einem stattlichen Recken herangewachsen war, sattelte er sein Ross und verließ Asgard. Mit seiner Weisheit wollte er durch das Land ziehen und an jedem Hof, auf dem er einkehrte, nützliches Wissen vermitteln. Und so reiste er viele Jahre lang durch alle Lande. Auf vielen Höfen gab man ihm Obdach, denn sein weiser Rat war immer gefragt - so sagen manche; dass sogar die Götter seinen Rat aufsuchten, um den schelmischen Loki zu fangen...

Eines Tages ritt Kvasir durch die tiefen, finsteren Schluchten und Höhlen von Svartalfheim, dem Land der Zwerge. Doch er wurde beobachtet - in diesem Teil des Landes trieben nämlich viele verbrecherische Zwerge ihr Unwesen. Darunter waren die Wegelagerer Fialar und Galar - ein finsteres Brüder-Paar, dass ahnungslosen Reisenden auflauerte. Natürlich hatten sie Kvasir gleich erkannt, denn er war ja in aller Welt berühmt für seine Weisheit. Da heckten die beiden einen üblen Plan aus: Sie liefen zu Kvasir und baten ihn, sie doch auf ihren Hof zu begleiten - sie würden ihm Obdach und gutes Essen geben; im Gegenzug dafür solle er ihnen kluge Ratschläge geben. Der gutmütige Kvasir stimmte ein und folgte den Zwergen auf einen verfallenen Hof, wo sie allesamt einkehrten. Doch dort ergriffen ihn die Zwerge hinterlistig und brachten ihn um! So starb Kvasir, der bei allen beliebt für seine Weisheit, durch eine List von zwei Zwergen...

Doch die Geschichte ist noch lange nicht vorbei! Da standen also die Zwerge mit ihrem toten Kvasir und wussten erst nicht; was sie für einen Gewinn aus ihrer Untat ziehen sollten - so weit hatten sie dann doch nicht gedacht. Aber so ein weiser Mann, der musste doch für etwas gut sein; also entschieden sich Galar und Fialar; das Blut des Toten in drei Pötte zu füllen: Den ersten nannte man Son, den zweiten Bodn, und den dritten Odrorir. In jeden Sud gossen die listigen Zwerge reichlich Honig hinzu; so dass ein süßlich-rauchiger, goldener Saft entstand - der erste Met war geschaffen. Man nannte ihn den "Skalden-Met", denn jeder, der von ihm trank, wurde weise und künstlerisch begabt; konnte Dichten wie der Gott Bragi und singen wie eine Dise. Also hatten Fialar und sein Bruder letzten Endes doch noch Gewinn aus ihrem Mord ziehen können. Ihr Geheimnis verstauten sie gut und versteckten die Pötte auf ihrem Hof in einer Ecke, wo sie keiner finden konnte. Einige Zeit später klopften ein paar Asen an die Tür der Zwerge. Sie fragten die beiden, ob sie Kvasir gesehen hätten - er sei lange Zeit nicht mehr gesehen wurden; man mache sich Sorgen und suche nach ihm. Da meinte Fialar spöttisch; ob Kvasir denn nicht an seiner eigenen Weisheit erstickt sei - da ließen die Asen ab vom kleinen Hof und zogen weiter...

Ein paar Tage nach dem Besuch der Asen lungerten Galar und Fialar wieder an ihrer Schlucht; den armen Reisenden auflauernd. Ihre nächsten Opfer waren nicht weit: Der Riese Gilling wanderte mit seiner Frau durch das Zwergen-Land - auch sie wurden von den beiden Halunken auf ihren Hof gelockt. Ganz so leicht wie bei Kvasir war es dann doch nicht; die Zwerge luden beim Festmahl den Riesen ein, mit ihnen in ihrem neuen Boot eine Runde zu rudern. Gilling sagte da nicht nein und gemeinsam begaben sie sich auf der Stelle zum nahen See-Ufer. Sie ruderten die felsige Küste entlang; und als sie eine tiefere Stelle erwischt hatten, fingen die Brüder an zu schaukeln. Hin und her und schließlich kenterten sie das kleine Boot - Gilling, von dem sie erfahren hatten, dass er nicht schwimmen könne, ertrank. Als die Zwerge wieder am Hof waren, überbrachten sie der dort gebliebenen Riesen-Frau die üble Nachricht. Diese fiel in tiefe Trauer und weinte laut, Tag und Nacht; wollt nichts essen und nichts trinken. Fialar raufte sich die Haare und wollte; dass der Lärm ein Ende hat. Er schritt an die trauernde Witwe heran und schlug vor; sie solle doch nochmal zu der Stelle gehen, wo ihr Mann ertrank - womöglich helfe ihr das bei der Überwindung der Trauer. Galar solle sie begleiten. Das fand die Witwe eine gute Idee und zog schweren Herzens zu der Stelle am See-Ufer, von der aus sie gut auf den Todes-Ort ihres geliebten Gatten blicken konnte. Doch da stand sie unter einer hohen Klippe, auf die Galar hinauf geklettert war. Von dort oben warf er einen Fels hinab auf die Riesin - die darauf hin leblos zu Boden sank. Somit war also auch dieses Problem gelöst...

Doch die Zwerge hatten die Rechnung ohne den Sohn der beiden Opfer gemacht! Wenige Tage darauf stürmte der Riese Suttung, der Gillings Sohn gewesen war, den Hof der Gauner. Er packte die beiden und lief mit ihnen hinunter zum See-Ufer. Dort ruderte er rasend vor Wut auf die fernste Sandbank hinaus und setzte die Zwerge dort ab. Da drohte Suttung ihnen, dass er sie dort lassen werde und der Sturmflut überlassen werde. Die Brüder bekamen da weiche Beine und fielen auf die Knie, bettelnd um Gnade. Schließlich wollten sie an den Riesen eine Buße bezahlen. Doch was war angemessen für einen, deren Eltern man kaltblütig ermordet hatte? Da erinnerte sich Fialar an den Skaldenmet, den sie noch auf ihrem Hof versteckt hielten. Suttung überlegte lange. Kurz bevor die Flut die beiden zitternden Zwerge erreicht hatte; stimmte er dem Angebot zu. Zurück an Land übergab man ihm die drei Pötte und ließ ihn ziehen. Zurück in Jötunheim schritt Suttung in eine tiefe Höhle hinab, die in einen Berg, der "Hnitberg" hieß, hinein führte. Dort unten in der Finsternis versteckte er den wertvollen Met. Vor dem Berg lag sein eigener Hof; und seiner wunder schöne Tochter Gunnlöd übertrug er die Aufgabe Tag und Nacht die Höhle zu bewachen; damit ihnen der wertvolle Met nicht abhanden komme...

Ganz in der Nähe war zu der Zeit der Gott Odin unterwegs auf einer seiner vielen, langen Wanderschaften. Um von den Riesen nicht erkannt zu werden; hatte er sich verkleidet und nannte sich Bölwerk. Bölwerk schritt gerade an einem warmen Nachmittag über einen Feldweg, als er neun Knechte auf dem Feld erblickte. Sie versuchten das Getreide zu schneiden, doch die Arbeit war unnötig mühsam - denn ihre Sensen waren stumpf wie Butter-Messer. Odin kam zu ihnen und bot sich freundlicherweise an; ihnen ihre Sensen zu schleifen. Da waren die Knechte erst zögerlich - welcher Fremder will denn einfach so anderen die Sense schleifen? Aber schließlich stimmten die müden Arbeiter doch ein und übergaben Odin ihr Gerät - jener zückte aus seiner Tasche einen schimmernden Wetz-Stein und schliff die Sensen geschickt und elegant. Als die Knechte nach einer Weile ihre Gerätschaften wieder an sich nahmen, waren sie scharf wie sonst nichts und zerschnitten das Getreide wie Luft. Da brachen die Knechte in großen Jubel aus und sammelten sich um Odin; feilschend um den magischen Wetz-Stein. Der Gott konnte sich allerdings nicht entscheiden. Also warf er den Stein hoch in die Luft; und wer ihn fing, der sollte ihn behalten. Eine recht schlechte Idee war das, denn wo die neun Knechte alle umher liefen und nach oben starrten, achteten sie nicht darauf, wie sie mit ihren scharfen Sensen umher fuchtelten - und köpften sich allesamt gegenseitig. Plump wie der Stein fielen auch sie zu Boden. Da guckte Odin reichlich verdutzt, nahm den Stein und machte sich flink von dannen...

Beim nächstgelegenen Hof suchte Odin, der sich ja immer noch Bölwerk nannte, Obdach. Der Hof-Herr war der Riese Baugi, der der Sohn des Suttung war. Am reich gedeckten Tisch viel Baugi in tiefe Trauer und berichtete Bölwerk davon, wie all seine Knechte sich gegenseitig umgebracht hatten und er und seine Sippe nun nichts zu Essen hatten. Da begann Bölwerk sich schuldig zu fühlen und bot sich an; die Arbeit zu übernehmen. Der traurige Riese blickte auf und staunte nicht schlecht; doch er willigte ein - was hätte er sonst tun sollen? Und so quartierte sich Bölwerk auf dem Riesen-Hof ein und schritt jeden Sommer-Morgen hinüber auf die Felder, um sie zu ernten. In einem einzigen Sommer verrichtete er, der wie man hier sieht übrigens auch ein Gott der Ernte ist, die Arbeit von neun Knechten - was die Riesen geradezu sprachlos machte. Riesige Garben und Heu-Berge schleppte Bölwerk ohne große Mühe von den Feldern auf den Hof. Zum Herbst hin hatte ihn die ganze Riesen-Sippe tief in ihr Herz geschlossen, und Bölwerk war Baugis bester Freund geworden. Als die beiden dann an einem kalten, rauen Winter-Abend in der Halle saßen und gemeinsam tranken; da sprach der Riese zu seinem Arbeiter; dass er für seine guten Mühen reich belohnt werden solle. Egal was, Bölwerk möge es sich wünschen, und der Hofherr würde es ihm bringen. Da überlegte der verkleidete Odin kurz... ihm fiel ein; dass er meinte mal gehört zu haben; dass Baugis Vater Suttung einen Trunk besitze, den man "Skalden-Met" nenne, und der aus einem den besten Dichter weit und breit mache. Odin, ein Freund von Dichtkunst und Gesang, wollte also dies als Lohn haben. Da erschrak Baugi - der Met war tief versteckt in den Höhlen unterm Hnitberg; sein Vater würde niemals auch nur einen Tropfen des magischen Trunks heraus geben! Und doch, versprochen ist versprochen, und so zog also Baugi mit Bölwerk zum Hofe seines Vaters.

Natürlich lehnte dieser strikt ab; etwas vom Met auszuschenken - er war viel zu wertvoll für irgend einen Dahergelaufenen! Bestürzt traten die beiden Bittenden wieder den Heimweg an; doch gerade, als sie den Hof des Suttung verlassen hatten, kam Bölwerk ein Einfall. Er nahm sich seinen Gefährten bei Seite und gemeinsam heckten sie einen Plan aus... In der Nacht darauf schlichen sie sich durch die Wälder am Fuße des Hnitberges. Im Schutz der Dunkelheit zückte Bölwerk einen Hand-Bohrer und sagte Baugi; er solle den Fels durchbohren, bis er in der Höhle angekommen sei. Dieser setzte zwar an, bekam es aber allmählich mit der Angst zu tun, seinen eigenen Vater dermaßen zu hintergehen. Also tat der Riese nur so, als bohre er ganz durch - dabei bohrte er das Loch nur bis zur Hälfte. Er wollte Bölwerk hinein schlüpfen lassen und dann schnell einen Felsen auf das Bohrloch legen, um seinen Gefährten einzusperren. Aber als Bölwerk schließlich nur noch schnell die Späne aus dem Loch pusten wollte, flogen sie ihm entgegen - da war er dem Verräter auf die Schliche gekommen und schnauzte ihn an, er solle gefälligst ganz durch bohren! Kleinlaut setzte Baugi erneut an, und als Bölwerk wieder hindurch blies, flogen ihm die Späne nicht entgegen, sondern in die Höhle hinein. Daraufhin verwandelte sich Bölwerk in eine Schlange und kroch durch das schmale Loch in die Höhle. Baugi wollte ihn noch mit dem Bohrer erstechen, doch er verfehlte das schmale Tier, das auch schon fast ganz in der Höhle verschwunden war... Dort unten aber traf Odin, der sich wieder zurück verwandelt hatte, auf die schöne Gunnlöd, die ja von ihrem Vater als Wächterin des Mets eingesetzt wurde. Odin schien gerade in der Klemme zu stecken, wenn er nicht auch noch so ein Frauen-Held gewesen wäre... er verführte die zarte Riesen-Maid, noch bevor sie Alarm schlagen konnte, und schlief ganze 3 Tage mit ihr!
 
Nachdem der junge Gott also drei ganze Tage mit seiner Liebschaft der Leidenschaft gefrönt hatte, da war er natürlich kaputt. Die Riesin, die hin und weg war von den Fähigkeiten Odins, dachte nicht mehr an ihre Aufgabe und gewährte Odin für jeden Tag, den sie zusammen verbracht hatten, einen einzigen Schluck vom leckeren Met. Doch Odin wäre nicht Odin wenn er auch hier kein Ass im Ärmel hätte! Der äußerst Trinkfeste leerte mit einen Zug des großen Pott Odrorir, mit dem zweiten Zug Bodn und mit dem dritten Son! Den Met in seinen roten Wangen tragend streifte sich Odin rasch seinen Feder-Mantel über, der ihn in einen Adler verwandelte. Majestätisch erhob er sich in die Luft und zischte aus der Höhle hinaus - während Gunnlöd noch im Bett lag und ruhte...

Wo Odin also aus der Höhle hinaus flog, um den Met in das sichere Asgard zu bringen, überflog er auch den Hof Suttungs, der direkt vor dem Eingang der Höhle lag. Da entdeckte der Riese und rechtmäßige Besitzer des Tranks des Dieb - zufälliger weise besaß auch er einen solchen Feder-Mantel, streifte ihn sich in aller Eile über und erhob sich in die Luft. Da begann eine wilde Verfolgungsjagd zwischen den beiden Adlern. Kreuz und quer durch die Lüfte, viele Tage und Nächte hetzte Suttung den Odin. Endlich kam Asgard in Sichtweite; und die Wachen der Götter standen schon am Wehr-Zaun - normaler Weise, um Riesen abzuwehren, doch nun war es ihre Aufgabe, den Verfolger fern zu halten. Während sie also mit Speeren und Äxten und Pfeilen den riesenhaften Adler von der Festung der Asen fern halten konnten, schaffte es Odin zwar müde, aber unverletzt hinein. Dort übergab er den Asen; seinen Söhnen und Töchtern, den heiligen Met - und seitdem sind die Götter weiser und begabter als jeder andere.

Während der Verfolgungsjagd durch die Lüfte aber war es dazu gekommen, dass Odin als Adler den ein oder anderen Tropfen Met hatte fallen lassen - diese waren hinunter nach Midgard gestürzt. Dort wurden diese Pfützchen Met irgendwann von Menschen gefunden. Neugierig, wie Menschen nun mal sind, probierten sie den goldenen Saft - wer von ihm naschte, der wurde zu einem im ganzen Land geliebten Sänger, Dichter oder Gelehrten. Aber die Menschen versuchten auch, den Met nach zu machen... nie konnten sie ihn genau so hinbekommen, wie jener, den die Asen bei sich haben; der aus dem Blut des weisen Kvasir gebraut wurde. Und doch hat auch dieser Met, den wir heute noch trinken, wahrlich magische Kräfte...

Germanische Götterwelt, 10. Juni 2013, Facebook 

Völva - Gyðjas - Seiðkona

Völva

Die Völva ist eine Seherin und Zukunftswissende. Völva bedeutet Stabträgerin. Sie beherrscht die Weissagung - spá - mit grosser Macht.

 

Spákona (mz.: spákonur)

Die Spákona ist eine kleine Seherin. Sie beherrscht wie die Völva die Weissagung - spá, nur in kleinerem Masse.

 

Gyðjas - Goði

Die Gyðja und der Goði sind Priester der Götter und für die Rituale und Tempel zuständig.

 

Seiðkona (mz.: seiðkonur)- Seiðmaðr

Die Seiðkona und der Seiðmaðr beherrschen die Magie und Hexenkunst - seiðr. Neben der Seiðr-Magie gibt es die Galðr-Magie. Unklar ist, ob unter der Seiðr-Magie schädliche und mit der Galðr-Magie nützliche/schützende Magie verstanden wird. In der Völuspa wird die Seiðkona Heiðr als Magiebeherrschende beschrieben, welche die Klugen und Torren beherrscht. Verehrt werde sie von üblen Frauen. Inwiefern dies aber bereits christlich geprägt und verfälscht ist, ist unklar. Aber auch Oðinn verwendet Seiðr-Magie gegen Rindr gemäss dem Skalden Kormákr Ögmundarson: "seið Yggr til Rindar" (Yggr (Oðinn) Seidhr gegen Rindr anwandte).

 

Galðrkona (mz.: Galðrkonur) - Galðrmaðr

Die Galðr-Magie wird als Zaubergesang übersetzt und in Stabreimform als Galðralag bezeichnet. Der zweite Merseburger Zauberspruch - ein Heilgesang für ein Pferd- kann als Galðr-Magie verstanden werden. Die Magieform wird ebenfalls Oðinn zugesprochen. Belege für die Bezeichnung Galðrkona und Galðrmaðr sind, soweit uns bekannt, nicht vorhanden. Sie wären die logischen Ableitungen der Seiðkona und dem Seiðmaðr.

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